Das Gemälde eines großen Malers ist unnachahmlich und einzigartig. Eine Fälschung, zum Beispiel eines Van Goghs herzustellen, ist hochgradig aufwendig und am Ende von Experten trotzdem schnell entlarvt. Solch ein Gemälde nachzumalen erfordert außerdem Zugang zum Original oder einer anderen guten Kopie. Kaum ein Normalsterblicher kann sich Originale großer Meister leisten. Deshalb haben wir schon lange schöne Hochglanzposter aus dem Drucker verwendet, um uns Van Gogh und andere weltberühmte Maler nach Hause zu holen.

Was ein 2D-Druck aber nicht abbilden kann, ist der exakte erhöhte Farbauftrag, der durch die Technik mit Pinsel und Farbe entsteht. Denn kein Gemälde ist zweidimensional. Die Farbe bildet an verschiedenen Stellen kleine Erhöhungen und Täler und damit ein sichtbares Relief, das über bloße Farbunterschiede weit hinausgeht. Bei kaum einem Künstler ist das wichtiger als bei Van Gogh, der stets üppig und dick Farbe auftrug.

Nun hat ein niederländischer Forscher namens Tim Zaman eine neue Methode entwickelt, mit der man Gemälde in all ihrer dreidimensionalen Struktur darstellen kann. Zaman bezeichnet das treffenderweise als die „Topografie“ des Gemäldes – ein Aspekt, der oft unbeachtet bleibt. Das Aufkommen von 3D-Druckern brachte ihn auf die Idee, auch Gemälde dreidimensional zu drucken und sie Betrachtern somit in all ihrer Vielfältigkeit zugänglich zu machen. Dazu scannt er die Gemälde zunächst in 3D, um ihre Oberflächenstruktur zu erfassen. Dann werden sie mit dem eigens entwickelten aufgebohrten Thermosublimationsdruck gedruckt. Der Drucker trägt dabei in vielen Schichten so lange Farbe auf, bis die Originalstruktur des Gemäldes, bis zum kleinsten Pinselabdruck wiedergegeben wurde. So genau wurden vorher noch nie Gemälde gedruckt. Dafür verwendet hat Zaman einen Océ-Drucker von Canon, der mit 600 dpi drucken kann.

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